Die Iglu-Übernachtung war natürlich nicht als Beziehungstest gedacht. Das Iglu musste von Detlef also nicht erst gebaut werden, das haben wir dem „Iglu-Dorf“ überlassen. Bereits seit 1996 gibt es diesen Veranstalter mit inzwischen fünf Standorten in der Schweiz (Davos, Engelberg-Titlis, Gstaad, Zermatt) sowie in Deutschland auf der Zugspitze. Hierfür haben wir uns entschieden.
Von Stuttgart aus sind es gute 350 km bis nach Garmisch-Partenkirchen. Mit der Zahnradbahn fahren wir hinauf auf das Zugspitzplatt in etwa 2.600 m Höhe. Die Auffahrt dauert etwa eine dreiviertel Stunde, wobei die halbe Strecke durch einen Tunnel führt. Oben angekommen empfängt uns leider nur ein stürmischer Wind und eine schlechte Sicht.
Treffpunkt ist das Sonnalpin Gletscher-Restaurant. Vom Iglu-Dorf-Team werden wir später eingewiesen und erhalten einen Expeditions-Schlafsack, tauglich bis minus 40°. Das sollte reichen! Das Iglu-Dorf auf der Zugspitze hat Schlafmöglichkeiten für etwa 50 Personen und ist am heutigen Samstag so gut wie ausgebucht.
Treffpunkt ist das Sonnalpin Gletscher-Restaurant. Vom Iglu-Dorf-Team werden wir später eingewiesen und erhalten einen Expeditions-Schlafsack, tauglich bis minus 40°. Das sollte reichen! Das Iglu-Dorf auf der Zugspitze hat Schlafmöglichkeiten für etwa 50 Personen und ist am heutigen Samstag so gut wie ausgebucht.
Zum Iglu-Dorf sind es nur 10 Minuten zu Fuß, allerdings bergauf. Auf den ersten Blick ist es kaum zu erkennen und sieht eher wie eine Schneeverwehung aus. Das liegt u.a. daran, dass die Iglus nicht in der klassischen Eis-Block-Stapelvariante gebaut wurden sondern mit einer besonderen Technik. Dafür werden große Ballons zunächst mit einer 2 – 3 Meter dicken Schneeschicht besprüht. Aus dem Ballon lässt man die Luft wieder heraus, übrig bleibt ein halbrunder Hohlraum. Von diesen werden mehrere aneinander gereiht und verbunden, so dass es nur einen Zugang gibt.
Nun wird es ernst. Wir betreten das Iglu und sind schlichtweg begeistert. Der Raum ist mit Kerzen ausgeleuchtet und alles ist einfach nur aus Eis. Die Wände sind liebevoll mit Mustern dekoriert und überall gibt es kleine Eisskulpturen. Als Sitzmöglichkeiten dienen „Eisbänke“ bzw. Hocker aus Baumstämmen die erfreulicherweise mit Fellen ausgestattet sind.
Ein besonderer Blickfang ist die aus Eis gestaltete Bar.
Natürlich fehlt die romantische Dekoration auch in unserem Romantik-Iglu nicht und die dicke Thermo-Matratze ist mit weichen Fellen belegt.
Nachdem wir noch ein paar Fotos vom Sonnenuntergang gemacht haben, gehen wir in die Iglu-Bar und wärmen uns mit einem Tee etwas auf.
Draußen sind es minus 14°, im Iglu immerhin um die 0°. Jacke, Mütze, Schal und Handschuhe behält man also besser an. Nach einem gemeinsamen Käse-Fondue gibt es noch eine kleine Rodelpartie und später nehmen wir an einer Nachtwanderung teil.
So aufgewärmt beziehen wir unser Romantik-Iglu und kriechen – mit allen Sachen, die am nächsten Morgen noch eine halbwegs angenehme Temperatur haben sollen – in unseren Schlafsack. Eigentlich sollte nun alles passen. Dem ist leider nicht so. Es mag an der niedrigen Luftfeuchtigkeit, der dünnen Luft oder am Whirlpool-Gang liegen, jedenfalls haben wir Herzrasen und kommen kaum zur Ruhe. Entsprechend schlaflos ist die Nacht.
Am nächsten Morgen werden wir bereits um kurz vor sieben mit einer Tasse Tee geweckt. Schnell packen wir unsere Sachen zusammen, denn das Frühstück findet im Gipfelrestaurant auf der Zugspitze*** statt.
Mit der Gletscherbahn fahren wir zum Sonnenaufgang auf den Gipfel (2962 m). Die angekündigte Wetteränderung ist eingetreten. Wir haben strahlend blauen Himmel und eine unglaubliche Weitsicht. Der Panoramablick von Deutschlands höchsten Berg ist atemberaubend. Einfach phantastisch!
Während die mit Skiern ausgestatteten Tagestouristen jetzt erst auf die Zugspitze hinauf kommen, fahren wir mit der Eibseeseilbahn wieder herunter. Wir haben einen sehr schönen Blick ins Tal und auf den Eibsee, der noch im Schatten liegt. In Eibsee müssen wir in die Zugspitzbahn umsteigen. Die Wartezeit nutzen wir, um noch einen kurzen Blick auf den zugefrorenen See zu werfen.
Zurück in Garmisch-Partenkirchen und zur Skisprungschanze. Hier fanden 1936 die Olympischen Spiele statt. Die neue Schanze wurde 2007 gebaut. Das jährliche Neujahrsspringen wird hier ausgetragen.
Wir lassen unser Auto am Olympiastadion stehen und gehen zu Fuß weiter zur Partnachklamm**. Nach ca. 10 Minuten erreichen wir das Forsthaus Graseck. Von hier aus führt ein schmaler Weg in die Klamm. Die 800 m lange Partnachklamm, gilt als eine der schönsten Klammen im Alpenraum. Der Wildbach Partnach hat sich teilweise über 80 Meter tief in den Felsen eingeschnitten. Die enge Schlucht bietet im Winter ein besonderes Schauspiel. Die Wasserfälle sind zu Eiszapfen gefroren, Eisvorhänge hängen von den Felsen hinab. Wir beobachten ein wagemutiges Kletter-Paar, das sich am Eisvorhang hinaufhangelt.
Als nächstes fahren wir zur Station der Wank-Bahn. Der Wank** ist mit seinen 1.780 m Höhe der Panoramaberg von Garmisch-Partenkirchen. Die Auffahrt mit der Kabinenseilbahn dauert ca. 20 Minuten. Oben angekommen bietet sich uns ein tolles Bergpanorama auf das Wetterseingebirge mit der Zugspitze und das im Tal liegende Garmisch-Partenkirchen sowie das Alpenvorland.
Damit lassen wir das schöne Schnee-Wochenende ausklingen. Mit der letzten Bahn fahren wir wieder herunter und treten den Heimweg an.
Letzte Aktualisierung: März 2008 - © Anke Schlingemann und Detlef Hälker
Wenn wir in Deutschland unterwegs sind, ist "Der grüne Reiseführer", erschienen im Michelin Reise-Verlag, unser ständiger Begleiter. Das im Reisebericht verwendete *-System wurde hieraus übernommen.Hinweis zum *-System:*** ist eine Reise wert
** verdient einen Umweg
* besonders sehenswert